Grasartige Händelwurz
Gymnadenia graminea
W. DWORSCHAK spec. nov.


Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Orchideae
Subtribus: Orchidinae
Blütezeit: M 6
Beschreibung

Zeitgleich mit dem Erscheinen von G. odoratissima Mitte Juni finden wir eine Pflanze, die in ihrem Aussehen sehr an diese Art erinnert, sich allerdings mit einem langen Sporn und nur schwachem Geruch von ihr unterscheidet. Besonders fällt einer der dünnsten Stängel in der Gymnadeniagruppe auf. Im selben Habitat finden wir Dactylorhiza fuchsii,Dactylorhiza incarnata, Dactylorhiza incarnata subsp. serotina, Dactylorhiza majalis,Dactylorhiza traunsteineri, Gymnadenia odoratissima, Herminium monorchis, Liparis loeselii, Listera ovata, Tofieldia calyculata.
Gymnadenia graminea erreicht eine Höhe bis zu 36 cm. Diese Orchidee hat unterhalb der Infloreszenz einen Stängeldurchmesser von 1 mm bis 1,8 mm. Der Stängeldurchmesser am Boden beträgt 2,6 mm bis 5 mm.
Der Blütenstand ist locker, mit einem G. odoratissimaartigen Aussehen.
Die Blüten besitzen meist ein kräftigeres Rosa. Ihr Duft ist leicht blumig.
Die Lippe hat eine Breite von 5,5 mm bis 6 mm. Der Durchmesser des Sporns beträgt 0,75 mm bis 1 mm. Der Sporn hat eine Länge von 13,7 mm bis 17,0 mm.
Im unteren Teil findet man 3 bis 4 sehr schmale Laubblätter und bis zu 3 weitere kleine Hochblätter im oberen Teil der Art.
Das erste große Blatt am Boden ist 7 mm bis 12 mm breit und 36 mm bis 120 mm lang, s. o.

Etymologie
Der Name graminea wurde wegen der schmalen, grasartigen Blätter gewählt. Max Schulze nannte solche Typen in "Die Orchidaceen Deutschlands ..." (1894), bezugnehmend auf die Flora von Mittelthüringen (1866), G. angustifolia. Dieser Name ist jedoch leider illegitim und dadurch nicht verwendbar.

Habitusaufnahme des Holotypus von Gym. graminea bei Huglfing – 14.6.01
Foto: W. Dworschak

Gruppe von Gym. graminea bei Weilheim – 30.6.01
Foto: W. Dworschak

Habitus von Gym. graminea am locus classicus bei Huglfing –  14.6.01
Foto: W. Dworschak

Infloreszenz von Gym. graminea am locus classicus bei Huglfing – 30.6.01
Foto: W. Dworschak

Abgrenzung
Sie ist im Alpenvorland neben G. odoratissima die letzte kleinblütige Gymnadenia. Beide Arten sind im selben Biotop aufzufinden. Ein kurzer Sporn und der starke Duft unterscheidet G. odoratissima von Gymnadenia graminea.

© AHO-Bayern e.V.

Infloreszenz von Gym. graminea am locus classicus bei Huglfing – 30.6.01
Foto: W. Dworschak

Verbreitungskarte im PDF- Format
Verbreitung

Bisher befinden sich alle Fundorte in Oberbayern, in einer Höhe zwischen 550 m und 1500 m.

Habitus von Gym. gramineaalba“  in Grasleiten bei Huglfing – 17.6.07
Foto: W. Dworschak

Blüten von Gym. gramineaalba“  in Grasleiten bei Huglfing – 17.6.07
Foto: W. Dworschak

Werner Dworschak

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