Kleine Spinnen-Ragwurz
Ophrys araneola
REICHENBACH (1831)


Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Orchideae
Subtribus: Orchidinae

Synonyme:
Ophrys litigiosa E.G. CAMUS 1896
Ophrys sphegodes subsp. litigiosa (E.G.CAMUS) BÉCH. 1925,
Ophrys sphegodes subsp. araneola (RCHB.) M.LAÍNZ 1983
Blütezeit: M 4 - A 5
Beschreibung
Die Kleine Spinnen-Ragwurz hat einen kräftigen Wuchs und wird 12-35 cm hoch. Die Blattrosette besteht aus 3 bis 5 derb blaugrünen Grundblättern. Am Stängel folgen einige Scheidenblätter. Der Blütenstand ist lockerblütig und trägt 2- bis 12 Blüten. Die Tragblätter sind lanzettlich-zugespitzt und etwa so lang wie die 12-17 mm großen Blüten. Die hellgrünen Sepalen sind länglich-eiförmig bis annähernd dreieckig, die gelbgrünen Sepalen sind in etwa rechteckig und am Rand oft gewellt. Die Lippe ist rundlich und gewölbt, aber kaum gehöckert. Das Anhängsel fehlt meist oder ist nur sehr undeutlich ausgebildet. Die Lippe hat eine schwarzbraune oder dunkel rotbraune Grundfarbe, ein grauviolettes H-förmiges Mal und einen hellen zottigen Haarsaum. Der sehr charakteristische gelbe Lippenrand ist meist breit und sehr deutlich ausgebildet. Das Säulchen ist kurz geschnäbelt.
Bad Kissingen, 23.04.2005
Foto: M. Klüber
Gemeinsam mit dem Blassen Knabenkraut (Orchis pallens) ist die Kleine Spinnen-Ragwurz die am frühesten blühende Orchidee. Sie öffnet bereits Mitte April ihre Blüten. Die Blütezeit ist relativ kurz und die Blüten vergehen schon nach wenigen Tagen, so dass in manchen Jahren bereits zum Monatsende die Blüte vorüber ist.

Verwechslung:
Von der Großen Spinnen-Ragwurz unterscheidet sich die Kleine durch insgesamt kleinere Dimensionen (Blütengröße 12 - 17 mm). Die Lippe ist kaum gehöckert und hat einen meist sehr deutlich ausgeprägten gelben Rand. An gemeinsamen Standorten in Unterfranken treten Hybriden beider Sippen auf. Durch Rückkreuzung mit den Elternarten verschwimmen hier die Abgrenzungen beider Arten.

Bad Kissingen, 30.04.2005
Foto: M. Klüber
Würzburg, 12.04.2007 - der Biotop -
Foto: M. Klüber

Lebensraum

Die Kleine Spinnen-Ragwurz wächst auf Halbtrockenrasen, an steinigen Hängen und gelegentlich in lichten Kiefernwäldern.

Würzburg, 12.04.2007
Foto: M. Klüber
Bad Kissingen, 01.05.2000
Foto: M. Klüber
Verbreitung
Die Kleine Spinnenragwurz hat ein relativ kleines Verbreitungsgebiet von Nordspanien über Süd- und Zentralfrankreich bis in die Schweiz und nach Südwestdeutschland hinein, wo sie nordostwärts über Baden-Württemberg bis nach Unterfranken und Thüringen vorstößt.
Würzburg, 12.04.2007
Foto: M. Klüber
Verbreitung in Bayern / Gefährdung
Ophrys araneola kommt in den Weinbaugegenden Unterfrankens vor und hat hier erfreulicherweise noch einige reich besetzte Standorte.
Bedroht ist sie durch Gehölzsukzession an den Standorten und durch den Orchideentourismus. In der Roten Liste Bayerns von 2003 ist sie mit 2 (stark gefährdet) eingestuft.
Bad Kissingen, 23.04.2005 - Detailaufnahme der Narbenhöhle -
Foto: M. Klüber
Bad Kissingen, 23.04.2005 - austreibendes Exemplar -
Foto: M. Klüber
Eine der begleitenden Orchideen im Biotop ist vor allem die Fliegen-Ragwurz, mit der es häufig zur Hybridbildung kommt.
Marco Klüber
© AHO-Bayern e.V.
Verbreitungskarte im PDF- Format
Hammelburg, 01.05.2002 - Ophrys araneola x Ophrys insectifera -
Foto: M. Klüber
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